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Da habe ich mich doch kürzlich einfach mal bei diesem Wetter ins Kino getraut. Und da der Film auch nur 1.50 € gekostet hat, durfte eigentlich nichts schiefgehen. So war ich also ohne irgendwelche Absichten und Hoffnungen nun im Kino und wollte mich einfach überraschen lassen. Der Film kommt mit einer ruhigen Einstellungsfolge daher, die den Wirkungsort des Protagonisten Warren Schmidt zeigt. Keine wilde Hubschrauberfahrt. Keine verkeilte und gewollte Kamera. Alles wird in klaren und präzisen Bildern erzählt. So kommt der Film auch im weiteren Verlauf ohne die effektvollen Kniffe aus, die wir aus anderen Filmen kennen. Gott sei Dank, will ich hier anmerken. Denn es tut auch einmal gut, die Dinge so aufzunehmen, wie sie passieren und nicht, wie ich sie fühlen soll. Die Geschichte ist eine Geschichte des Lebens - insbesondere eine Geschihte des alterns - und somit zeitweise komisch, zeitweise tragisch und selten tragikomisch. Ein Mensch stirbt, ohne Ankündigung, ohne dramaturgische Hinführung, aber mit Konzequenzen. Warren ist gegen die Heirat seiner Tochter, aber ohne Argumente. Und so läuft der Film, wie auch das Leben, so dahin und am Ende fragt man/Warren sich, was wirklich wichtig gewesen ist. Es heisst, Bilanz zu ziehen, zurückblicken und die eigenen Taten und das eigene Wirken Revue passieren zu lassen. So kommt man zu der leider doch trockenen Einsicht, dass das eigene Leben nur ein kleiner Ausschnitt im großen Wirken der Welt ist. Und wenn der Mensch gestorben ist und alle, die ihn kannten auch gestorben sind, bleibt nichts von diesem Menschen übrig. Keine Erinnerung, keine Leistung, nichts. Aber dies ist auch nicht so wichtig wie das Wissen darum.

Wir schauen in diesem Film in eine Welt, die die meisten von uns nicht kennen. Wir schauen in die Sorgen des Alters. In einen Bereich, der uns so unwirklich weit entfernt erscheint. Und doch betrifft er uns. Denn er betrifft unser Umfeld, und irgendwann auch einmal uns. Nur sieht dies meist keiner. Denn die (Film)welt rauscht schnell und laut vorbei. Was bleibt, ist meist nur eine Erinnerung an Bilder oder Szenen. Selten bleibt aber auch eine Erinnerung an ein Gefühl, an eine Botschaft: Leben dein leben, solange du es hast und liebe, so lange du darfst.

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