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Der letzte Kongress des 35C3 stand unter dem Motto refreshing memories und fand am Ende des Jahres wie gewohnt zwischen dem 27.12. und dem 30.12. in Leipzig statt. Da es Vieles zu entdecken gab, hat jeder Teilnehmer sicher seinen eigenen Kongress erlebt. Ich versuche einmal, ein paar für mich relevante Highlights herauszugreifen.

Vor Ort hat ein kleines CTF auf Basis von Software Defined Radio (SDR) stattgefunden: die SDR-Challenge. Es war mein erster intensiverer Kontakt mit SDR überhaupt. Hierbei geht es darum, Radiosignale zu empfangen und zu dekodieren. Mit alten DVBT-Sticks klappt das erstaunlich gut und vor allem günstig. Für 10 € konnte ich einen solchen Empfänger erwerben/leihen und erste Versuche unternehmen. Das Programm gqrx visualisiert die Signale und kann auch für das Speichern genutzt werden. Diese Aufzeichnungen können dann z.B. mit inspectrum betrachtet und analysiert. Ich war erstaunt, wie groß diese Dateien werden können - 1GB pro Minute sind keine Seltenheit. Da jedoch das gesamte empfangene Spektrum aufgezeichnet wird, ist die Dateigröße wiederum erklärbar. Weitere Programme wie gnuradio habe ich leider nicht zum Laufen gebracht und daher auch nicht getestet - unter ArchLinux hat eine alte Qt4-Bibliothek gefehlt. Der Vortrag Digital Airwaves hat theoretische Grundlagen geliefert - mich jedoch auch recht schnell inhaltlich abgehängt. Ich werde mir die Aufzeichnnung noch einmal in Ruhe anschauen müssen.

Als die Tools schließlich liefen, konnte ich auf einigen Frequenzen Piepsignale, Radiosignale oder einen kurzen Puls auf einem breiten Spektrum entdecken. Leider sind wir mit einer kleinen Gruppe - darunter sogar ein Amateurfunker - jedoch nicht so weit gekommen, wie erhofft. Die Piepsignale konnten wir zwar als Morsecode dekodieren, sind jedoch auf eine Zufallsfolge ohne Wiederholung gestoßen. BTW, Morsecode ist verdammt schwierig. Daher hoffe ich auf ein Write-Up zu den Aufgaben.

Eine weitere interessante Neuigkeit, die ich mitnehme, ist das Programm Anki - verfügbar für Windows, Linux, Mac, Android und iOS. Anki will Lerner_innen beim Lernen unterstützen. Es nutzt dafür Karteikarten, die als Lückentext oder klassisch mit einer Vorder- und Rückseite präsentiert werden. Ich werde das mal mit Lückenquelltext ausprobieren. Im Selbstversuch fühlte es sich bereits recht gut an. Leider kam die dafür angesetze Session nicht zum angesagten Zeitpunkt zustande und musste verschoben werden. Gut hingegen war, dass sich eine Medizinstudentin, die das Programm schon länger nutzt und sich weitere Tipps erfhoffte, spontant bereit erklärte, einer kleinen Gruppe Anfänger die Grundlagen zu erklären.

Auch in diesem Jahr habe ich mich wieder als Engel angemeldet und diesmal die Untertitelung genauer angeschaut. Es ist eine sehr ruhige und konzentrierte Engelarbeit. Die Texte der Talks werden automatisch vorbereitet und stehen in einem Etherpad zur Verfügung. Meine Aufgabe war es nun, diese Texte zu korrigieren und gegenzulesen. Ich war erstaunt, wie wenig ich in der Zeit geschafft habe. So war ich gerade bei Minute 8:40 eines Talks als meine 1-Stundenschicht zu Ende ging.

Nun werde ich mir noch viele der Talks anschauen, die glücklicherweise aufgezeichnet wurden und bei media.ccc.de abgerufen werden können. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Kongress.